Preisträger*in: Kompetenzen entwickeln - Perspektiven schaffen

Drehtechnik Jakusch GmbH

Was ist Drehtechnik Jakusch und wie habt ihr euer Projekt „Lebenswerte Industriearbeit – gesund, nachhaltig, digital“ umgesetzt? Was ist die Motivation dahinter? 

Für uns ist die Drehtechnik Jakusch GmbH mehr als ein Metallverarbeitungsbetrieb. Seit unserer Gründung im Jahr 1994 fertigen wir hochpräzise Dreh- und Frästeile für die Medizin- und Elektroindustrie. Was als Ein-Mann-Betrieb in Saalfeld (Thüringen) begann, hat sich zu einem modernen Industrieunternehmen mit 40 Mitarbeitenden, 2 Auszubildenden und einer Produktionsfläche von mehr als 2.000 m² entwickelt. Heute führen wir unser Familienunternehmen mit dem Anspruch, Innovation und Verantwortung für unsere Region miteinander zu verbinden. Kontinuierliche Investitionen in modernste Technologien und zukunftsweisende Arbeitsbedingungen sind für uns Ausdruck einer klaren Überzeugung: Unser Erfolg entsteht dort, wo Menschen ihr Potenzial entfalten können. 

Unser Antrieb ist dabei eindeutig: Wir sind überzeugt, dass technischer Fortschritt nur dann nachhaltig erfolgreich ist, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht. Deshalb investieren wir nicht nur in Maschinen und Digitalisierung, sondern vor allem in die Menschen, die unseren Erfolg jeden Tag möglich machen. Gerade angesichts des Fachkräftemangels, des Generationenwechsels und steigender Anforderungen an Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit gestalten wir eine Arbeitswelt, in der Wertschätzung, Vertrauen und persönliche Entwicklung selbstverständlich sind. Denn wir möchten, dass unsere Mitarbeitenden nicht nur bei uns arbeiten, sondern sich mit unserem Unternehmen identifizieren, Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit uns die Zukunft gestalten. 

Welche Wirkung bzw. welchen Mehrwert erzielt das Projekt? 

Veränderungen können nur dann nachhaltig wirken, wenn sie von den Mitarbeitenden verstanden, akzeptiert und aktiv mitgestaltet werden. Offenheit, Vertrauen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, bilden dafür die Grundlage. Wir sind besonders stolz darauf, dass unser Team diesen Weg von Anfang an mit großer Offenheit, Engagement und gegenseitigem Vertrauen begleitet hat. 

Projekt: Zukunftswerkstatt - Wer mitbaut, geht nicht. 

Bindung entsteht nicht durch Benefits. Sie entsteht, wenn Menschen das Gefühl haben: Das hier ist auch meins. 

Mehrwert: Mitarbeitende setzen sich positiv und aktiv mit der Unternehmenssituation auseinander. Praktische Herausforderungen des Arbeitsalltags werden von innen herausgelöst – nicht von Beratern von außen. 

 Projekt: Bezahlte Freizeit 

Wer Freizeit bezahlt, sagt das Wichtigste ohne Worte: Ich vertraue dir. Du kommst zurück. Du gibst zurück. 

Mehrwert: In der Industrie ist der Standard Kontrolle: Takt, Output, Anwesenheit. Wir drehen das um. Wer abschalten kann, kommt stärker zurück. Das ist kein romantisches Konzept – es ist messbare Produktivitätsstrategie. 

 Projekt: NOAH – Neue Organisation der Arbeit mit Hilfe - Unser digitales, kollegiales Arbeitssystem. 

Eigene Daten. Eigene KI. Echtzeit. Wir sehen alles – und handeln selbst. 

Mehrwert: Wir ein System, das täglich, ungeschönt, in Echtzeit liefert. Das ist digitale Souveränität. Und das ist der Beweis, dass Gesund + Nachhaltig + Digital kein Behauptung ist – sondern Infrastruktur. 

 Warum habt ihr euch für den Deutschen Demografie Preis beworben? Welchen Beitrag leistet euer Projekt bei der Bewältigung des Demografischen Wandels? 

Wir hatten uns für den Deutschen Demografie Preis beworben, weil wir überzeugt sind, dass gute Ideen sichtbar werden müssen – besonders im Mittelstand. Kleine und mittelständische Unternehmen stehen täglich vor großen Herausforderungen: Fachkräftemangel, Generationenwechsel, Digitalisierung und der Wunsch nach attraktiven Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig entstehen gerade in diesen Unternehmen oft die innovativsten und praxisnahesten Lösungen. 

Mit unserer Bewerbung möchten wir zeigen, dass zukunftsfähige Personal- und Arbeitskonzepte nicht nur in großen Konzernen möglich sind!  Der Preis bietet die Chance, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und andere Unternehmen zu ermutigen, eigene Wege zu gehen. Wer sich bewirbt, setzt ein Zeichen, für Mut, für Verantwortung und für die Bereitschaft, die Arbeitswelt aktiv zu gestalten. 

Wir möchten andere kleine und mittelständische Unternehmen ermutigen, ihre Ideen ebenfalls einzubringen. Jede Initiative, die Menschen stärkt, Wissen sichert, Gesundheit fördert oder neue Formen der Zusammenarbeit schafft, kann ein wichtiger Impuls für die Zukunft unserer Wirtschaft sein. Der Deutsche Demografie Preis ist deshalb nicht nur eine Auszeichnung – er ist eine Plattform, um innovative Ansätze sichtbar zu machen und gemeinsam die Arbeitswelt von morgen zu gestalten. 

Was hat euch an der Preisverleihung besonders gefallen bzw. was ist eure schönste Erinnerung an den Abend? 

Besonders erfreulich war der Umzug der Preisverleihung nach Jena. Thüringen zählt zu den Bundesländern, die den demografischen Wandel besonders intensiv erleben – gleichzeitig ist die Region geprägt von einem starken Mittelstand, innovativen Unternehmen, wissenschaftlicher Erstklassigkeit und kurzen Wegen zwischen Wirtschaft, Forschung und Politik. 

Auch die feierliche Atmosphäre im Volkshaus Jena, das Grußwort von Steffen Schütz, Minister für Digitales und Infrastruktur, sowie der intensive Austausch zwischen Unternehmen und Netzwerkpartnern machten deutlich, worum es beim Deutschen Demografie Preis geht: voneinander zu lernen, gute Ideen sichtbar zu machen und Mut zu schaffen, neue Wege zu gehen. 

Die schönste Erinnerung war natürlich als unser Name als Preisträger genannt wurde und wir die Auszeichnung auf der Bühne entgegennehmen durften. 

Foto: SCHEERE PHOTOS