3 Fragen an ...

BiankaMinner_neu
Bianka Minner
Referatsleiterin des Netzwerk Gesundheit bei der BAHN-BKK

Was unterscheidet aus Sicht der Jury ein gutes Gesundheitsprojekt von einem wirklich preiswürdigen Ansatz in der Kategorie ‚Gesundheit ganzheitlich gestalten‘?

Wir wollen die Projekte prämieren, die die zentrale Rolle von Gesundheit für ihre Mitarbeitenden erkannt haben. Das bedeutet, dass die Ressource Mensch in all seinen Facetten im Mittelpunkt des Denkens und Handelns steht. Denn Beschäftigte sind leistungsfähiger, kreativer und innovationsfreudiger, wenn Maßnahmen z.B. nicht nur im Berufs- sondern auch im Privatleben wirken und sie aktiv unterstützt und gehört werden. Unterschiedliche Unternehmen benötigen differenzierte Maßnahmen in der Verhältnis- und Verhaltensprävention. Deshalb schauen wir auf Individualität und eine systemische Betrachtungsweise.

Welche Rolle übernimmt die BAHN‑BKK dabei, Unternehmen und Organisationen zu befähigen, Gesundheit nicht nur als Maßnahme, sondern als strategischen Bestandteil zukunftsfähiger Arbeitswelten zu verstehen?

Wir helfen Unternehmen dabei, die Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und Lösungsansätze zu entwickeln. Zum Beispiel unterstützen wir dabei, einen Arbeitskreis Gesundheit zu etablieren, zu moderieren und weiterzuentwickeln. Als Spezialistin für die Verkehrs- und Logistikbranche kennen wir uns gut mit den Herausforderungen dieser Unternehmen aus und implementieren z.B. präventive Angebote zu Psychotrauma in die Unternehmensstrategie.

Welche Entwicklungen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) haben deine Sicht auf die ganzheitliche Gesundheit im Unternehmen in den letzten Jahren besonders geprägt?

Meine TOP 3:

  1. Zunehmend wird BGM als strategisches Führungsinstrument verstanden und in eine Unternehmensstrategie verankert und wird damit Teil der Unternehmenskultur. BGM wird gelebt und wird überall im Unternehmen mitgedacht. Dabei geht es um Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Gesundheit wird als Investition in die Zukunftsfähigkeit und Arbeitgeberattraktivität verstanden.
  2. Mittlerweile findet häufig das berufliche wie auch das private Umfeld des Mitarbeitenden Berücksichtigung in der Maßnahmenplanung. Denn nur dann können Lebensstile verändert und das Bewusstsein für die eigene Gesundheit erhöht werden. Und das wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden aus.
  3. BGM blickt zunehmend systemisch auf ein Unternehmen. Nicht nur das Verhalten der einzelnen Beschäftigten, sondern die Verhältnisse, Rahmenbedingungen, Kultur und Führungsverhalten werden als gesundheitsrelevant angesehen.