"Wir müssen uns fragen, was und wie wir in Zukunft arbeiten"

Mit Siemens hat der Deutsche Demografie Preis 2022 einen der größten deutschen Technologiekonzerne als Mitinitiator gewonnen. Das Unternehmen übernimmt in diesem Jahr die Patenschaft der Kategorie „Chancen der Digitalisierung“.

Wir haben Dr. Jochen Wallisch, Executive Vice President People & Organization bei Siemens, gefragt, warum sein Unternehmen den Deutschen Demografie Preis unterstützt, was Demografie und Digitalisierung verbindet und wie er sich die Arbeitswelt der Zukunft vorstellt.

Herr Wallisch, welche Ziele verknüpfen Sie als Mitinitiator mit dem Deutschen Demografie Preis 2022?

Die Gestaltung unserer Zukunft der Arbeit erfordert aus meiner Sicht Impulse und innovative Lösungen für die Unternehmen und vor allen Dingen uns Menschen. Deshalb ist es wichtig, diejenigen zu fördern, die vorausdenken und aktiv vorangehen – und das generationen-, unternehmens- und branchenübergreifend.

Das Demographie Netzwerk mit dem Demografie Preis bietet ein Ökosystem, in dem jede*r die Chance erhält, die Zukunft aktiv mitzugestalten und Lösungen für unsere vielschichtigen Herausforderungen zu entwickeln. Nur so werden wir es aus meiner Sicht schaffen, den Strukturwandel gemeinsam zu meistern.

Welche Chancen sehen Sie in der digitalen Transformation als Antwort auf den demografischen Wandel?

Für mich liegt in der digitalen Transformation eine Riesenchance – gerade auch weil uns die Pandemie der letzten zwei Jahre aufgezeigt hat, wie wichtig es ist, sich zu fragen, wie und was wir in Zukunft eigentlich arbeiten. Wir müssen uns der Herausforderung stellen, den demografischen beziehungsweise strukturellen Wandel proaktiv mitzugestalten, vor allem als Unternehmen in der Verantwortung für unsere Mitarbeitenden. Denn die digitale Transformation betrifft eben nicht nur Produkte oder Prozesse, sondern hat vor allem Einfluss auf uns Menschen und erforderliche Kompetenzen. Deshalb ist es wichtiger denn je, die „People Transformation“ aktiv zu gestalten.

Was prädestiniert Sie als Pate der Kategorie „Chancen der Digitalisierung“?

Klar ist, die digitale Transformation wird uns dauerhaft begleiten und deshalb sollten wir sie als Chance begreifen. Bei Siemens haben wir das Programm #NextWork entwickelt, um zu analysieren, wie sich durch Trends wie die Digitalisierung Aufgaben und Fähigkeiten in den nächsten Jahren entwickeln und welche Jobs in Zukunft relevant sein werden. Damit geben wir Transparenz über konkrete Entwicklungspfade, unterstützen unsere Mitarbeitenden dabei, relevant und resilient zu bleiben und stellen die Beschäftigungsfähigkeit sicher.

Welche Wünsche haben Sie an die Arbeitswelt der Zukunft?

Die Arbeitswelt der Zukunft kann nicht allein gestaltet werden. Wenn wir Alle kleine Schritte gehen, können wir es allerdings schaffen, gemeinsam einen nachhaltigen Wandel zu schaffen. Oftmals ist es nur der unangenehme Schritt, aus der eigenen Komfortzone zu treten, der uns davon abhält. Deshalb wünsche ich mir für die Arbeitswelt der Zukunft, dass wir Veränderungen offen gegenüberstehen und diese als Chance wahrnehmen. Denn letztlich geht es nicht nur um die Arbeitswelt der Zukunft, sondern um unsere Zukunft als Menschen.